Kreuzviertel Dortmund

Im City-Bereich

Westfalenhalle + Westfalenstadion

Das Kreuzviertel ist definiert i in den Grenzen : Hohe Str. (ungerade Haus-Nr) bis Große Heimstr. und Sonnenstr. bis zur B1.  >>weiter

Angrenzende Wohngebiete sind das Saarlandviertel, das Klinikviertel, der Althoffblock, sowie das >>Westparkviertel  / Westend im Bereich Westpark /Adlerstraße  >> die Grenzen des Kreuzviertels  

gilt fast im gesamten KREUZviertel und im Schulbereich, Arneckestr., Schillingstr. >>mehr /Auto-Verkehr

Neues StVO-Verkehrszeichen 270.1 mit Zusatzzeichen

Alle Kraftfahrzeuge (Pkw, Lkw und Busse) werden entsprechend ihres Schadstoffausstoßes in Schadstoffgruppen eingeteilt und durch farbige Plaketten gekennzeichnet. Diese sind Grundlage für die Ausnahme von Fahrverboten.

7 Grad 28 Minuten östlicher Länge, 51 Grad 30 Minuten nördlicher Breite, 60-154 m über Meeresspiegel


 

 

  HIER wird über die Geschichte des Kreuzviertel berichtet

 

Der Bereich südlich der S-Bahnlinie 4 Dorstfeld-Unna (die damals noch Rheinische Eisenbahn hieß) war bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts von Wald und Wiesen geprägt. Durch das rasante Wachstum der Stadt kam es hier zu schnellen Veränderungen.  Im Gebiet zwischen Sonnenstr. und B 1 , sowie Hohe Str. und Lindemannstr. wurden ab 1903 Wohnhäuser wie am Fließband gebaut und fünfgeschössige Häuser nach Art von Mietskasernen gleich in die Nähe reich verzierter Bürgerhäuser mit Jugendstil-Elementen platziert. Heutige Luftbilder zeigen, daß das gesamte Stadtgebiet in rasterförmigen Anlagen mit großen Innenhöfen konzipiert wurde. Die insgesamt attraktiven Wohnungen in gepflegter Umgebung schufen folglich eine bürgerliche Bevölkerungsstruktur. Damals wie heute wird diese Wohngegend von Beamten, Selbstständigen und leitenden Angestellten bevorzugt.

 

Leider sind in den vergangenen Jahrzehnten viele Bewohner durch Wohnungs-Verkäufe aus dem Kreuzviertel verdrängt worden. Viel Wohnraum wurde in Eigentumswohungen vergoldet, die sich junge Leute, Familien, Studenten und Ureinwohner nicht mehr leisten konnten ! Alte Leute mußten deshalb oftmals direkt ins Altersheim wechseln. Dies hat sich leider bis heute nicht geändert.
Mit dem "Zahn der Zeit" verschwanden auch die wahren Originale und gewachsenen Legenden des Kreuzviertels, zum Teil aus wirtschaftlichen oder aus Altersgründen.  Der Bäckermeister August Hernekamp z.B. gehörte zur Prominenz des Wohnviertels (später "Kreuzviertel"), in dem er auch aufgewachsen war. Sein Vater hatte 1912 an der Ecke Neuer Graben /Arneckestr.eine Bäckerei eröffnet, die der Sohn 1949 übernahm und bis zur Schließung aus Altersgründen zur Legende verewigte. Die Kunden kamen von weit her und standen in langen Schlangen vor dem Geschäft, um bei Bäcker Hernekamp handgeformte Brötchen zu kaufen. Es gab davon sage und schreibe 12 verschiedene Sorten, schmackhaft, herzhaft und knusprig zubereitet ! Und genau da an der Bäckerei ist übirgens auch der am 26. April 1903 als Sohn eines Eisenbahnbeamten in Dortmund geborene Alex Möller groß geworden, der dann Ende der 60er Jahre Bundesfinanzminister war und "Genosse Generaldirektor" genannt wurde. +++  Nach Schließung der Bäckerei wird die alte Backstube bis heute vom UFO genutzt. +++  Weitere Stichwörter dazu : die Bücherstube, "Tante Emma"/Edith Stach, Feinkost Droste, Metzger/Rethenbacherstr., Cafe Samowar, der legendäre "Sonnenwirt", der traditionsreiche "Hohenzollern-Wirt" und die Kult-Gestalten der "Pilskrone", die z.T. auch in den Print-Medien zu finden waren. +++  Siehe auch >> Lindenkrug

 

   

Der Bäckermeister August Hernekamp in der Arneckestr./Neuer Graben

 

"Tante Emma" Edith Stach in der Essener Straße

 

Der Name "Kreuzviertel" wurde übrigens von den "Ureinwohnern" nicht benutzt und ist eine Bezeichnung für ein "künstliches Gebilde" innerhalb der o.g Grenzen der Kirchengemeinde.
Zeitzeugen meinen, wie z.B. ehemalige langjährige Briefträger der guten alten Post, die Ende der 60er täglich in den Straßen unterwegs waren und ständig mit sämtlichen Bewohnern intensiven Kontakt hatten, daß ebenso das Wort "Viertel" im Alltagsleben und im Bewußtsein der Bewohner keine Bedeutung hatte. Es gab keine solcher Bezeichnungen für Gemeinschaft und Zugehörigkeit zu einer Straße oder Wohngebiet. Jeder wohnte, bis auf einzelne Hausgemeinschaften, anonym für sich. Treffen und soziale Bindungen gab es, wie woanders auch, z.B. in der jeweiligen "Gemeinde" der Kirchen, in Vereinen und Schrebergärten oder beim Wirt am Tresen in der normalen "mausgrauen" Eckkneipe. Studenten, Musiker oder Künstler wohnten hier nicht mehr und nicht weniger zusammen mit Handwerkern, Arbeitern, Krankenschwestern, Verwaltungsangestellten und Beamten wie sonstwo in anderen typischen Innenstadt-Gebieten. Das seinerzeit kaum renovierte, farblose Wohngebiet für eine einzelne Gruppe besonders herauszuheben, wäre also falsch. 

Erst viel später wurden ganz allmählich Nachbarschaften entwickelt und gepflegt. 

Besonders von nachrückenden jungen Mietern, die jeweils mittwochs und samstags die Frühausgaben der Lokalzeitungen mit dem druckfrischen Wohnungsmarkt schon in der Nacht erkämpften. Die Verhandlungen mit Vermietern um günstige Wohnungen begannen.oft direkt von einer Telefonzelle an der nächsten Straßenecke. Der Mietpreis war stadtweit zunächst noch relativ günstig, beginnend bei 75,- DM für Miniwohnungen und kleine Dachwohnungen, bis hinauf.zu 190,- DM für soliden Wohnraum und Wohnungen bis ca. 60 qm. Die Miete an der Grenze zu 200,- DM fiel schon aus dem Rahmen und galt bei Studenten mit 400,- DM Bafög als inakzeptabel. Eine kleine Wohnung bis ca. 45 qm war stadtweit durchaus für 120,- bis 140,- DM zu haben. Eine solide unrenovierte Altbauwohnung in der Großen Heimstr. mit ca. 60 qm, 2 Zimmern, Küche, 2 Dielen und 2 Balkons, mit Öl-Ofen und Eigendusche kostete 1981 inkl. Nebenkosten noch 120,- DM.

 

Das Buch von Christian Barrenbrügge  >>mehr

Wohl auch beeinflußt vom damaligen Zeitgeist (in einer kritisch-sozialorientierten Gesellschaft) gab es, anders als heute, viel mehr Kontakte und Begegnungen in häuslichen Bereichen. Man besuchte sich, kam einfach mal auf´n Kaffee oder Tee vorbei, spielte vielleicht Schach oder hörte und machte zusammen Musik usw.. 

Hausmusik 1978
Oldies im Wohnzimmer

Heute hingegen hat sich das Kommunikations-Verhalten offensichtlich geändert. Entsprechend dem allgemeinen Zeitgeist werden Kontakte anscheinend überwiegend bei zufälligen Treffen in der umliegenden Kneipenlandschaft unverbindlich aufrechterhalten und wohl eher oberflächlich gepflegt. Das konsumorientierte Leben wird individuell ausgelebt, weniger sozialverbunden und gruppenorientiert.

 

Der KIOSK am Vinckeplatz

diente lange auch als als Treffpunkt für Nachrichten und Neuigkeiten und wurde ( trotz Denkmalschutz ? ) leider abgerissen

 

Der Bunker  in Dortmund
Der alte Bunker in Dortmund an der Landgrafen- / Ecke Wittelsbacherstraße 

 

Ab Mitte der 70er wurde der Name Kreuzviertel "schick gemacht", von den zugereisten "normal-bürgerlichen" Neueinwohnern allmählich übernommen und u.a. verstärkt in Umlauf gebracht von verschiedensten Individualisten, von Berliner "Kreuzberg-Touristen", von zurückkehrenden Auswanderern, Aussteigern und Hausbesetzern usw.
Fast täglich wucherten neue Haftnotizen von Wohnungssuchenden an den Bäumen und Laternen, wie z.B. :
"Lehrer-Ehepaar sucht schicke Wohnung im Kreuzviertel, 5 Zimmer, Bad, Heizung, hohe Decken, mit Terasse, gerne auch mit Gartenbenutzung, bis 500,- DM warm"
Manche glaubten, hier eine neue Heimat in einer "idyllischen Dorfgemeinschaft" gefunden zu haben :
Mythos oder Wirklichkeit ?

 

Das "Kreuzviertel" und die Kreuzkirche verdanken den Namen der in bereits ganz alten Stadtplänen existierenden Kreuzstraße. Die Kreuzkirche und direkt umliegende Häuser wurden erst später gebaut. Der erste Spaterstich für den Bau der Kreuzkirche erfolgte am 08. Juni 1914.

 

Das Kreuzviertel
Die KM-Liste der Baudenkmale


Disneyland - Mythos oder Wirklichkeit ? 


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Friedhöfe + Gräber in Dortmund
Kunstspaziergang über Ost friedhof


Der Südwest friedhof Dortmund

Kreuzviertel Grenzen
 Die Grenzen des Kreuzviertel  wurden von der Kirchengemeinde und den "Ureinwohnern" auf die enge *Kern-Umgebung der KREUZkirche* mit der Erstbebauung definiert. Im Laufe der Zeit wurde dieser Umkreis etwas erweitert, und zwar : 

Hohe Str. (ungerade Haus-Nr) bis Große Heimstr. 

und Sonnenstr. bis zur B 1

Angrenzende Wohngebiete sind das Saarlandviertel, das Klinikviertel, der Althoffblock, sowie das >>Westparkviertel / Westend im Bereich Westpark /Adlerstraße 
Ansonsten wird der Name "Kreuzviertel" außerhalb der Grenzen u.a. gerne aus Marketing-Gründen benutzt, um den Marktwert für Projekte, Objekte oder Produkte zu steigern.

Ein Dorf in der Großstadt
Der Trailer zum Film von Werner Ahlke

 

 

Mythos oder Wirklichkeit ?

Das KREUZviertel aus der Sicht von  >>Wikipedia //  beschrieben und kommentiert bei >>Simon Bückle   >>Google

Kreuzviertel-Geschichte 

+ weitere historische Beiträge + Themen 

bei Werner Girlich

Nicolaikirche: Die Geschichte der ersten Sichtbetonkirche... 

Gildenbräu: Als im Kreuzviertel noch Bier gebraut wurde...

Kabelfunk-Do: Pionierleistungen
im Kreuzviertel mit einem traurigen Ende...

alte Stadtpläne: So sah das Dortmunder Kreuzviertel früher aus...

Bergschule: Als im Kreuzviertel noch Kumpel ausgebildet wurden...

Kreuzkirche: Die Geschichte der Kirche, die dem Viertel seinen Namen gibt...

ZVS: Die ungeliebte Behörde an der Möllerbrücke...

Leibniz-Gymnasium: seit über 50 Jahren im Viertel...

Gastronomie: Was war früher los im Viertel, in welchen Kneipen wurde gefeiert...

Fotoalbum 50er Jahre: Alte Fotos aus dem Dortmunder Kreuzviertel...

Fotoalbum Hotel Drees: Die Geschichte des Traditionshauses an der Hohen Straße...

 

 

Bilder von Straßen + Häusern

 

 

 

 

 

 

 

  Fotos von oben 

  KREUZviertel damals 

  • Foto 1913 an der Redtenbacherstr. /Ecke Schillingstr.

  • Bild die Drogerie an der Redtenbacher Str.

 

   Foto- Info-Seiten  

  • Bilder von Straßen, Festen + Leuten

  • Bilder Impressionen vom KREUZviertel

Die Harnackstr. war früher die Ackerstr  +++  Die Schillingstr. war früher geteilt und hieß ab Liebigstr. bis zur Großen Heimstr. Bochumer Str.  +++  Die gesamte Wittekindstr. hieß früher Krückenweg   +++  Die Wittekindstr. war früher im "Saarlandblock" anstelle der heutigen Plauener Str.  +++   Auf dem Gelände des heutigen Gildenparks war damals die Gilden-Brauerei und daneben, auf dem Grund des ehemaligen Versorgungsamtes eine Ziegelei   +++  Am Südwestfriedhof gab es parallel zur Kreuzstr. die Herdecker Str., die auf die Große Heimstr. mündete  +++  Die Kolmarerstr. hieß damals Hohensteiner Str. und die Metzer Str. war die Crengeldanzer Str.  +++  Auf dem Gelände der Telekom an der Hohe Str. war das Städtische Waisenhaus  +++  Die Saarlandstr. hieß früher Ardeystr.  +++  Die Chemnitzer Str.gab es nicht , bzw. hieß Hohensyburgstr. +++  Die Beurhausstr. wurde als Beuerhausstr. geschrieben und die Kleine Beurhausstr. war die Baroper Str., die damals quer durch den heutigen Althoffblock bis hoch zur Universität führte  +++ 

Viele Straßen im gesamten Stadtgebiet hießen damals anders, siehe Teilansichten von (verkleinerten) Stadtplänen : Stadtplan von 1914  +  mit Nachbarbezirken .  Der Stadtplan von 1894 weist >kaum Bebauung<  aus und zeigt die Straße *Neuer Grabennoch als Bach

©  KM -Fortsetzung folgt

 


  

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Das KREUZVIERTEL-MAGAZIN ist ein Wohnort-Portrait, berichtet über den Stadtteil, seine Geschichte, Kultur und das Alltagsleben

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